Zwei Affen entstehen

Dem Projekt zu Bruegels „Zwei angekettete Affen“ aus Berlin liegt ein synthetischer Ansatz zugrunde: Die auf Quellen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen basierende Rekonstruktion der einzelnen Phasen der Bildentstehung vergegenwärtigt den Schaffensprozess des Künstlers.

Die Tafeln geben Einblicke in die Bildentstehung, über die bisher sehr wenig bekannt war, und demonstrieren Bruegels bereits in frühen Quellen bewunderte malerische Technik.

In Kooperation mit: Babette Hartwieg und Bertram Lorenz,
Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

Alles beginnt auf 461 cm2 Eichenholz. Exakt im Maß des Originals wird die Holzplatte zurechtgeschnitten: 19,8 x 23,3 cm.

Die helle Grundierung wird in mehreren Schichten aufgetragen. Bruegel verwendete oft hellen Malgrund, der das Licht durch die später aufgetragenen Farben reflektiert. Die Farben erscheinen dadurch leuchtend und das Bild wirkt räumlich tiefer.

Mit der Vorzeichnung wird das Bild konstruiert. Wir erkennen zwei hockende Äffchen.

Die erste Farbschicht wird aufgetragen. Es sind vor allem Braun- und Gelbtöne, die Bruegel für dieses besondere Gemälde ausgewählt hat.

In losen Zügen wird das Gemälde weiter ausgeführt. Lockere Handhabung des Pinsels und sehr feine Striche definieren die Köpfe der Affen und die Stadtansicht im Hintergrund. An der Silhouette erkennen wir die Hafenstadt Antwerpen.

Im letzten Schritt wird die abschließende Farblasur aufgetragen. Nun entsteht der deutliche Kontrast zwischen hellem Hintergrund und dunklem Bogen, der wie ein Bilderrahmen wirkt.

© Bertram Lorenz

Der geschulte Blick erkennt: Bei den Äffchen handelt es sich um Halsbandmangaben. Wahrscheinlich hat Bruegel diese seltenen und exotischen Tiere gesehen und porträtiert, als sie aus der Küstenregion Westafrikas von Seeleuten nach Europa gebracht wurden. Antwerpen wurde zu Bruegels Zeiten zu einer der wichtigsten internationalen Handelsstädte im Norden Europas. Aus allen Teilen der Welt brachten die Schiffe Waren, sowie vermutlich auch diese Äffchen, in die Stadt.

Die Affen sitzen halb im Licht, halb im Schatten. Damit lenkt Bruegel unseren Blick auf die charakteristischen Köpfe der beiden Tiere.

Nicht nur der Entstehungsprozess, sondern auch das Motiv ist sehr spannend: Obwohl das Berliner Bild eines der kleinsten Gemälde Bruegels ist, löste diese charmante, aber sehr außergewöhnliche Darstellung hinsichtlich ihrer Bedeutung schon viele Spekulationen aus.

Mehr dazu finden Sie im Katalog zur Ausstellung.

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Pieter Bruegel d. Ä.
Zwei angekettete Affen
1562 // Signiert und datiert links unten: „ · BRVEGEL · MDLXII · “ // Eichenholz, 19,8 × 23,3 cm // Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 2077

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