Die Kreuztragung Christi

Während der Kreuzigung Christi verfinsterte sich laut den Evangelien von der sechsten bis zur neunten Stunde die Sonne. Bruegel folgt dem Bericht und zeigt, wie sich über Golgota bereits Wolken zusammenbrauen. Er versetzt die Szene allerdings ins niederländische 16. Jahrhundert.

Die Kreuztragung Christi1

Pieter Bruegel d. Ä. inszeniert einen ungewöhnlich breiten und in die Länge gestreckten Weg, der sich spiralartig von Jerusalem bis zur Richtstätte auf dem Golgota erstreckt.

Mit einem Sicherheitsabstand beobachten Schaulustige den Todeszug. Bei ihrer Darstellung übertrifft sich Bruegel sogar selbst als scharfsinniger Beobachter und Maler.

Er zeigt eine unglaublich breite Palette an Menschentypen und bringt Neugierde, Verdutztheit, Unverständnis, Angst und Boshaftigkeit zum Ausdruck.

Es ist fast schon ein „Wimmelbild“. Unzählige Figuren und die sogenannte „Aufsicht“ in der Perspektive vermitteln diesen Eindruck.

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Pieter Bruegel d. Ä.
Die Kreuztragung Christi
1564 // Signiert und datiert rechts unten: »BRVEGEL MD.LXIIII« // Eichenholz, 124,2 × 170,7 cm // Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie, Inv.­-Nr. 1025

Von allen uns bekannten und erhaltenen Tafelbildern Bruegels ist „Die Kreuztragung Christi“ mit den Maßen 124,2 cm × 170,7 cm das größte. Zugleich ist es auch das größte Landschaftsgemälde der frühen niederländischen Malerei. Es entstand 1564, ein Jahr vor dem „Jahreszeiten“-Zyklus.

In der Ausstellung „Bruegel“ zeigen wir dieses Tafelbild nicht wie gewohnt an der Wand gehängt, sondern in der Mitte des Raumes „freistehend“. Damit möchten wir BesucherInnen ermöglichen, sich ein Bild von der unglaublichen Dünne und Fragilität solcher Tafelbilder zu machen.

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